Spanien: Rechter Auflauf gegen das neue Abtreibungsrecht
Die sozialdemokratische Regierung unter Zapatero will eine ihrer wenigen progressiven politischen Initiativen durchs Parlament bringen. Nach dem neuen, noch nicht verabschiedeten, Gesetz soll Abtreibung kuenftig bis einschliesslich der 14. Schwangerschaftswoche straffrei sein, in Ausnahmefaellen bis zur 22. Woche. Schwangere Frauen sollen allein darueber bestimmen koennen, vom 16. Lebensjahr an auch Jugendliche ohne Zustimmung der Eltern.
Bisher ist Schwangerschaftsabbruch grundsaetzlich verboten und nur per medizinischer Indikation zulaessig. Das Verbot wird natuerlich in grossem Umfang ueber diese medizinische Indikation umgangen, ebenso wird in grossem Umfang "illegal" abgetrieben, mit entsprechenden Gefahren fuer Leben und Gesundheit der Frauen. Das noch geltende Abtreibungsrecht ist auf den nach wie vor grossen Einfluss der katholischen Hirarchie zurueckzufuehren, die imer noch eine der politischen Saeulen der Rechten und Postfaschisten ist.
Die PP (entspricht etwa der deutschen CDUCSUFDP) und der Klerus laufen gegen das neue Gesetz Sturm. Die Pfaffen geifern von den Kanzeln, die rechten Medien hetzen. Gestern fand sich nun der rechte Kluengel zu einer Kundgebung in Madrid zusammen, unter der verlogenen Parole des "Rechts auf Leben". Die Polizei zaehlte um die 100 000, die Veranstalter "bis zu zwei Millionen" Demonstranten.
nach: El Pais und La Vanguardia
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