Brot oder Benzin

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

"Biosprit" ist in Mode. Die Produktion dieser "erneuerbaren Energie" tritt in direkte Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Auf Flaechen, auf denen  Pflanzen fuer die Benzinherstellung gezogen werden, koennen keine fuer die Ernaehrung gezogen werden. Zwischen den Maerkten fuer Energie und denen fuer Nahrungsmittelproduktion entsteht eine Schnittmenge, weil Produkte, die bisher Nahrungsmittel waren, jetzt auch zugleich Energie-Rohstoff werden. Mais kann gegessen, an Tiere verfuettert - oder eben in Benzin verwandelt werden. Die Nachfrage nach solchen Pflanzen aus dem Energie-Sektor treibt die Preise fuer die Nahrungsmittel. Die Agrarmaerkte sind ohnehin schon Gegenstand der Spekulation, mit der Preise ruinoes hochgetrieben oder ruinoes erniedrigt werden - je nach den Kalkulationen der Spekulanten - wodurch die Preise nicht mehr dem wirklichen Verhaeltnis von Nachfrage und Angebot folgen, sondern eben spekulativ manipuliert werden. Die Gewinnung von Biosprit treibt diese Entwicklung zusaetzlich an. Brot fuer die Armen oder voller Tank fuer die Reichen: Das wird zur Alternative.

Dafuer, wie sich das praktisch auswirkt, ein kleines Beispiel hier:
http://www.heise.de/tp/blogs/2/145173. html
Hungersnot in Guatemala

Die Biosprit-Produktion macht die Konzerne begierig auf grosse Landflaechen. In den armen Laendern kaufen oder pachten sie riesige Laendereien. Damit wird dort der Boden, der bisher keine Ware war, zu einer Ware wie jede andere. Die heimische Landwirtschaft wird ruiniert. Kleinbauern werden vertrieben. Die Landflucht fuellt die Slums in den grossen Ballungsgebieten. Waelder werden abgeholzt, um Flaechen fuer den Anbau von "Biomasse" zu gewinnen. 

Hier ein Ueberblick ueber die Entwicklung, ausgehend vom Beispiel Madagaskar: 
http://schattenblick.net/infopool/politik/ausland/panfr747.html 
Afrika als Brennpunkt einer neuen Landnahme

Die "Marktwirtschaft" wird immer mehr zum Weg in immer groesseres Elend fuer immer mehr Menschen, ins gesellschaftliche Chaos, in Kriege und Buergerkriege. Sie ist nicht in der Lage, die Grundbeduerfnisse der Menschen im Weltmassstab zu befriedigen. Ihre Abloesung durch eine vernuenftige Gesellschaft, die die Produktion nach den Beduerfnissen der Menschen plant und organisiert, wird mit jedem Jahrzehnt dringlicher.


 
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Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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