Nach dem arabischen Frühling ein amerikanischer Herbst ?
"Es gibt 206 Millionen erwachsene Amerikaner", schreibt am Wochenende der "Sky Valley Chronicle" im Bundesstaat Washington, "und jeder dritte ist nur einen Gehaltsscheck von der Wohnsitzlosigkeit entfernt". Auf der Webseite Moneynews heißt es unterdessen, "die Intensität in Amerika nimmt zu, es passiert nicht nur in Ägypten, Tunesien oder London, wir sehen auch hier ein Aufbegehren". Das schreibt Markus Gaertner - im Manager Magazin. Er hat den Beitrag auch in seinem Blog veröffentlicht: http://blog.markusgaertner.com/2011/10/11/wall-street-proteste-gehen-in-entscheidende-phase/ .
Gärtner beschreibt recht detaiiliert die USamerikanische Protestbewegung, die sich zur Zeit über das ganze Land ausbreitet. Zunächst versuchten die Massenmnedien, diese Bewegung totzuschweigen. Angesichts ihres Umfangs geht das nicht mehr. Die Herrschenden sind gezwungen, sich ihr zu stellen.Die Schlauesten probieren es mit einer Umarmungstaktik. Sogar George Soros hat sein Herz für Arme und Empörte entdeckt - jedenfalls, so lange die ihm nicht an seine Konten gehen und Aussicht besteht, die Unzufriedenen einzuseifen.
Gaertner stellt einen Bezug zu den Bewegungen in Tunesien und Ägypten her. Das könnte in mehr als einer Hinsicht passen. In diesen beiden Ländern ist bisher nicht viel mehr passiert, als dass die Herrschaft die Schminke gewechselt hat, ohne dass sich bisher weder an dieser Herrschaft noch an den Lebensverhältnissen der Masse der Bevölkerung irgendetwas zum Besseren verändert hätte.
Wenn es nach den Oberschlauen in der herrschenden Klasse in den USA geht, werden sie der Protestbewegung im eigenen Land das gleiche Schicksal bereiten - ihr ihre "Sympathie" bekunden, mit gut klingenden Betrachtungen über Demokratie und Gemeinwohl die Leute dusselig quatschen - und sie ins Leere laufen lassen. Aber wie in Tunesien und Ägypten auch, sind die Manipulateure nicht allmächtig. Die aufbegehrenden Massen sind nicht einfach bloss zwangsläufig Objekte der Manipulation. Es handelt sich um zum Denken fähige Menschen. Was die Oberhand gewinnt - das Einzäunen, Beschwichtigen, die Gummiwand - oder die Klärung der eigenen Interessenlage, die Wahrnehmung von Freund und Feind, zielgerichtetes Handeln - entscheiden letzten Endes diese Menschen selbst.Im Schatten des Mainstreams hat "das andere Amerika" immer existiert, die USA der Demokraten und Linken. Für sie wird die neue Bewegung jetzt auch zu einer Bewährunsgprobe. Sie könnten dem spontanen Protest wütender und verzweifelter, aber politisch unerfahrener Leute Struktur und Richtung geben.
Um sich ein Bild von der gegenwärtigen Lage zu machen, scheint es mir ganz nützlich zu sein, Markus Gaertners oben verlinkten Text zu lesen.