Spanien: Rückkehr des Elends

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Es ist noch nicht lange her, dass es in Spanien für die unteren Schichten ums tägliche Essen, einigermassen trinkbares Wasser und ein Dach überm Kopf ging. Die Älteren von heute erinnern sich noch an die mageren Zeiten ihrer Jugend. Aber dann wurde das Franco-Regime gestürzt, erfasste ein Aufbruch das Land und fand Anschluss an die fortgeschritteneren kapitalistischen Länder weiter nördlich. Innerhalb drei Jahrzehnten verwandelte sich das Land - Strassen und Autobahnen, Millionen neuer Wohnungen, ein Angebot an Konsumgütern, das dem in Deutschland oder Frankreich nicht nachstand. 

 

Spanien überholte 2007 Italien knapp im BIP/pro Kopf. Aber seit etwa der Jahrtausendwende war der Aufstieg schon hauptsächlich einer auf Pump. Die Leute, denen früher so wichtig gewesen war, ein paar Pesetas Ersparnisse zu haben, begannen, sich für Wohnung, Auto und sogar das tägliche Leben mit Konsumentenkrediten und Kreditkarten zu verschulden. Ein Wahnsinn griff um sich, demzufolge man nur eine Eigentumswohnung oder ein Haus auf Kredit zu kaufen brauchte, um zehn Jahre später etwas zu besitzen, das das Doppelte des Kaufpreises wertsein würde.

 

Ich habe den Höhepunkt und das Ende dieses Booms erlebt. Als wir Ende der 1990er Jahre nach Spanien übersiedelten, war der kleine Panda noch das Volksvehikel. Zehn Jahre später kutschierte fats jedermann in einem "Mittelklasse"-Auto herum - auf Kredit. Dann crashten Mitte September 2008 die Aktien. Die Arbeitslosigkeit schnellte auf über 20 Prozent hoch, bei den Jungen auf über 40 Prozent. - Zeitenwende. 

 

Der folgende Artikel von Elli Rötzer, der gestern in junge welt erschienen ist, illustriert die heutige Lage. Die Not ist zurück und greift immer weiter um sich. Ich kann aus eigener Erfahrung und Anschauung bestätigen, was sie schildert.

 

Hier der Text:

 

15.12.2010 / Thema / Seite 10Inhalt

Leben auf Sparflamme

Reportage. Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist längst in der Lebenswirklichkeit der spanischen Bevölkerung angekommen

Von Elli Rötzer
Sozialer Abstieg: Ohne Erwerbstätigkeit und Lohn bleibt vie
Sozialer Abstieg: Ohne Erwerbstätigkeit und Lohn bleibt vielen nur der Weg in die Armenküche (Madrid, 12. Februar 2010)
Spanien gilt als einer der nächsten Kandidaten, der das Euro-Schutzpaket in Anspruch nehmen könnte. Das Land steckt in der Krise, seit vor drei Jahren die Immobilienblase platzte. Zahlreiche Baufirmen meldeten Konkurs an, viele Menschen verloren ihren Job, einige sogar ihr Zuhause. Die Arbeitslosigkeit steigt immer weiter, und viele derer, die doch Arbeit finden, verdienen einfach zu wenig, um die Rechnungen für Strom, Wasser und Benzin bezahlen zu können. Und die Situation verschlechtert sich zunehmend.

Rosa Velazquez hat acht Lampen in ihrem Wohnzimmer, aber die 37jährige Hausfrau aus Málaga in Südspanien macht abends immer nur zwei an. Sie sieht älter aus als 37, ist mager, unter den Augen hat sie große Schatten. Ihr Mann hat seinen Job verloren und findet keinen neuen, das Arbeitslosengeld ist längst verbraucht, Sozialhilfe gibt es in Spanien fast nicht. Ihr gesamter Alltag dreht sich deshalb darum, Ausgaben zu senken und den Verbrauch auf das Nötigste zu reduzieren. Sie hat vier Kinder zwischen drei und zehn Jahren und nur 430 Euro im Monat zur Verfügung. Mit dem Geld kann sie gerade mal die Miete zahlen. Deshalb muß sie streng sein, um zu überleben. Stromsparen ist eine der wichtigsten Regeln, eine andere ist Wassersparen. »Die Kinder dürfen nur duschen, baden ist tabu, es muß schnell gehen, alle duschen immer hintereinander, damit der Boiler nicht mehrmals anspringen muß«, sagt Rosa Velazquez. »Die Waschmaschine fülle ich immer richtig voll, und den Ofen mache ich gar nicht mehr an.«

Trotz der schwierigen Situation hat sie ihren Optimismus behalten. «Wenigstens können wir jeden Tag warm essen. Wir haben viele Bekannte, die sich nicht einmal mehr das leisten können», sagt Rosa. Sie und ihr Mann Antonio sind nur zwei von vielen Spaniern, die derzeit auf Sparflamme leben müssen.

Mehr als ein Fünftel aller Spanier sind derzeit arbeitslos, bei den unter 25jährigen liegt die Zahl sogar noch höher: Fast 43 Prozent finden nach der Ausbildung keinen Job. Eine Besserung ist nicht in Sicht.
Marode Wirtschaft
Spanien gilt zusammen mit Portugal als das nächste Land, das von der Europäischen Union Finanzhilfe brauchen könnte, um vor dem Staatsbankrott gerettet zu werden. Das hätte weitreichende Folgen für andere europäische Länder und die gesamte EU. »Europa kann die Pleite von Irland aushalten, vielleicht auch die von Portugal, aber nicht die von Spanien«, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Pablo Vázquez von der Universität von Madrid. Die spanische Wirtschaft ist doppelt so groß wie die von Griechenland, Irland und Portugal zusammen, sie ist die achtgrößte der Welt und die fünftgrößte in Europa.

Während Europa fürchtet, daß Spaniens Wirtschaft zusammenbricht, leiden die Menschen bereits seit zwei Jahren unter den Folgen der Krise: Die Rechte der Erwerbstätigen werden beschnitten, Sozialhilfen gestrichen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero will sein Land mit allen Mitteln aus der Krise holen. Seine Methode: die weitere Liberalisierung der Wirtschaft. Am 19. September hat sein Kabinett eine reaktionäre Arbeitsmarktreform verabschiedet: Als Kündigungsgrund genügt nun, wenn die Geschäftsführung erwartet, daß die Gewinne zurückgehen werden – bisher mußte ein tatsächlicher Rückgang nachgewiesen werden – oder, daß der Angestellte mehr als 2,5 Prozent der Arbeitszeit fehlt; bisher war eine Entlassung nur bei einer Fehlzeit von mehr als fünf Prozent möglich.

Anfang Dezember erklärte Zapatero jetzt, weitere »Reformen« umsetzen zu wollen – am Arbeitsmarkt, bei den Renten, bei der Sozialhilfe. Die Hilfen für Langzeitarbeitslose sollen gestrichen, die Gehälter von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst gekürzt, der Kündigungsschutz noch weiter aufgeweicht, Staatsunternehmen verkauft werden. Die Reaktionen auf die Ankündigung der neuesten Einschnitte ließen nicht auf sich warten. Die Fluglotsen, deren Gehalt bis um die Hälfte gekürzt werden soll, traten in einen wilden Streik. Zapatero reagierte hart. Er verhängte den Ausnahmezustand, die Streikenden konnten vor Militärgerichten verurteilt werden.

Und das ist erst der Anfang. Denn: Spekulanten bringen die Wirtschaft weiter ins Straucheln, die Zinsen für spanische Staatsanleihen steigen immer höher. Dabei sind Spaniens Staatsfinanzen im Vergleich zu anderen Ländern relativ robust: Fast alle Schulden hat der Staat bei einheimischen Banken, die kein Interesse an einem Zusammenbruch des Wirtschaftssystems haben.

Das Problem in Spanien ist grundsätzlicher Art: Die Wirtschaftsstruktur ist marode: Der Bausektor ist noch immer die wichtigste Säule, dabei ist er schon längst zusammengebrochen. Auch davon zeugt die Lebensgeschichte von Rosa Velazquez. Ihr Ehemann Antonio hatte bis vor zwei Jahren eine Baufirma, die den beiden einen guten Lebenstandard verschaffte. Damals konnte sie sich alles leisten, was sie wollte, mußte nicht rechnen, um den Alltag zu meistern. Es lief gut, bis die Kunden ihres Mannes aufhörten zu zahlen, die Schulden kamen und ihr Haus zwangsversteigert wurde. Gerade mal 70000 Euro bekamen sie für ihr Eigenheim, für das sie fünf Jahre zuvor 200000 Euro bezahlt hatten. Die Hypothek für das Haus, das sie jetzt nicht mehr haben, zahlen die beiden immer noch zurück. Fast den gesamten Betrag hatten sie über einen Kredit finanziert. Etwa 600 Euro im Monat müssen die beiden noch 15 Jahre lang bezahlen.

Seit dem Jahr 1985 wurde in Spanien hemmungslos gebaut. Die Banken gaben fast jedem einen günstigen Kredit, der in eine Immobilie investieren wollte. Wer konnte, kaufte noch eine zweite Wohnung dazu. Immobilien galten in Spanien als sichere Investition, eine Mietwohnung als Geldverschwendung. Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung besaßen 2008 nach Angaben des spanischen Wohnungsbauministeriums ein Eigenheim. Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Wohnungspreise im Durchschnitt um 500 Prozent. Doch Anfang des Jahres 2008 war der spanische Immobilienboom vorbei, die Preise sanken, die Kreditzinsen stiegen. Weil Zehntausende ihre Jobs in der Baubranche verloren, konnten plötzlich viele Familien ihre Hypotheken nicht mehr zurückzahlen. Viele verloren wie Rosa Velazquez und ihr Mann ihr Eigentum.

Die beiden mußten ihr Haus verlassen und in eine Mietwohnung umziehen. Angesichts der Probleme ging die Ehe in die Brüche. Antonio lebt jetzt wieder in seinem Kinderzimmer bei den Eltern, Rosa Velazquez wohnt mit den Kindern in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Sie bekommt 72 Euro Sozialhilfe im Monat, und es sieht so aus, als würde der Staat auch diese Hilfe bald streichen. Um alle Rechnungen bezahlen zu können, geht sie jetzt jeden Tag putzen. Sie zahlt 40 Euro Strom im Monat und 30 Euro für das Wasser. »Ich weiß fast in keinem Monat, woher ich das Geld nehmen soll«, sagt sie. Sie besitzt ein Handy, damit sie für ihre Kunden erreichbar ist, aber sie hat nie Guthaben.
Arbeitslosigkeit und Armut
Die Geschichte von Rosa Velazquez steht für das Schicksal vieler spanischer Familien, die von der Wirtschaftskrise mit voller Härte getroffen wurden. Nach Schätzungen des spanischen Wirtschaftsministeriums werden am Jahresende mehr als 800000 Menschen allein in diesem Jahr ihr Eigenheim verloren haben, weil sie ihre Hypothek nicht mehr bezahlen können. Im vorigen Jahr war die Zahl derer, die ihr Eigentum verloren, etwa genauso groß, im kommenden Jahr könnte sie nach vorsichtigen Prognosen wieder in der gleichen Größenordnung liegen. Wahrscheinlich aber wird es noch mehr Menschen treffen.

Die Arbeitslosigkeit betrifft, direkt oder indirekt, bereits fast alle Spanier. Es gibt kaum eine Familie, in der nicht mindestens ein Mitglied ohne Erwerb ist. Die Notlage der Menschen wird immer größer. Und nicht nur die Arbeitslosigkeit macht den Spaniern zu schaffen. Die Gehälter sind so niedrig, daß selbst diejenigen, die noch in Arbeit sind, nicht genug Geld zum Leben haben. Selbst wer mehrere Jobs macht, kann mit einer Familie kaum den Alltag bewältigen.

Die Statistiken von Unternehmen wie dem spanischen Stromzulieferer Endesa oder dem Wasserversorger Emasa zeigen die Armut deutlich. Zwischen Januar und September drehte Endesa allein in der Provinz Málaga knapp 44000 Kunden den Strom ab, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlt hatten. Knapp 70000 weiteren Kunden drohte die Firma mit dieser Maßnahme, falls sie die nächste fällige Rechnung nicht begleichen sollten. Das bedeutet, daß etwa sieben Prozent der Bewohner der Provinz Málaga in diesem Jahr einen kalten Winter verbringen könnten. An der Costa del Sol wurde in diesem Jahr zudem fast 6000 Haushalten der Wasserhahn vorübergehend abgedreht, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlt hatten. Und die Provinz Málaga ist nicht gerade die ärmste spanische Provinz. Denn es gibt immer noch die Tourismusbranche, die zumindest während der Saison Arbeitsplätze schafft.

Hinter all diesen Zahlen stehen menschliche Schicksale. In Spanien wird das Phänomen »Energiearmut« genannt, der Begriff bezeichnet eine neue Gruppe von Armen: Gemeint sind Menschen, die mit ihrem Einkommen kein normales Leben führen können. Sie verdienen nicht genügend Geld, um sich fortbewegen – sei es mit dem Auto oder mit dem Zug – und um alle Strom- und Wasserrechnungen begleichen zu können. Es ist eine der schlimmsten Folgen der Wirtschaftskrise. Betroffen sind diejenigen Menschen, die normalerweise stets pünktlich ihre Rechnungen bezahlt haben. Sie müssen jetzt, nachdem die Immobilienblase geplatzt und mit ihr das spanische Wirtschaftswunder wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen ist, bei Wohltätigkeitsvereinen wie Caritas, dem Roten Kreuz oder OSAH (Organización Social de Acción Humanitaria – Soziale Organisation für Menschenrechte) um Hilfe bitten. Denn das spanische Sozialsystem bietet ihnen keinen Rückhalt.
Alltäglicher Überlebenskampf
»Habe Hunger«: Arbeitsloser Bauarbeiter bettelt in e
»Habe Hunger«: Arbeitsloser Bauarbeiter bettelt in einer Fußgängerzone (Pamplona, 30. April 2010)
María José Rubio, 43 Jahre alt und ebenfalls aus Málaga, muß regelmäßig zum Verein OSAH gehen, um ihre Familie versorgen zu können. Ihr Mann arbeitet im Großmarkt der Hafenstadt und verdient weniger als tausend Euro im Monat. Die beiden müssen vier Kinder ernähren und Miete bezahlen. Außerdem haben sie Schulden. María José Rubio sieht müde aus. »Jeder Tag ist für mich ein Kampf«, sagt sie. Die laufenden Ausgaben verschlingen das Gehalt ihres Mannes fast vollständig. »Mit vier Kindern zu überleben, ist schier unmöglich. Ab der Mitte des Monats haben wir einfach kein Geld mehr übrig, ich kann machen, was ich will«, erklärt María José. Sie ist verzweifelt.

Auch wenn María José Rubio duscht, muß es deshalb schnell gehen: »Mehr als fünf Minuten darf es nicht dauern, und den Hahn drehe ich immer ab, wenn ich mich einseife«. Ihr Alltag ist vom Sparzwang bestimmt. »Wenn ich einkaufen gehe, klappere ich mehrere Supermärkte ab, um die besten Angebote zu finden«, sagt sie. »Und ich bete, daß kein Kind neue Schuhe braucht oder neues Material für die Schule. Solche Ausgaben können wir uns einfach nicht leisten.«

Trotz der Anstrengungen schuldet die Familie dem Vermieter drei Monatsmieten, und es kommt immer wieder vor, daß sie die Stromrechnung nicht begleichen können. Damit der Strom nicht abgestellt wird, hat sie Hilfe bei OSAH gesucht. »In den spanischen Medien ist immer von der Dritten Welt die Rede, aber auch in Spanien gibt es viele Familien wie wir, die genau so schwieriege Lebensbedingungen meistern müssen wie die Menschen in Entwicklungsländern«.
»Völlig hilflos«
In seinem Büro im früheren Schlachthof von Málaga schafft es Antonio Paneque nicht, alle Ansuchen zu beantworten. Er ist der Verantwortliche des Vereins OSAH in Málaga. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Anfragen verdoppelt, derzeit sind es 300 Familien im Jahr, die Hilfe suchen; es werden jeden Monat mehr. Das Klischee des Armen, der aus einem benachteiligten Viertel kommt oder einer ethnischen Minderheit angehört, ist in Spanien längst überholt. Die Armut hat jetzt die unterschiedlichsten Gesichter. »Der Großteil derjenigen, die derzeit Hilfe suchen, sind ganz normale Leute, die völlig hilflos sind, weil sie nie zuvor auf soziale Unterstützung angewiesen waren«, erklärt Antonio Paneque. »Es sind Paare darunter, die ihre Hypothek nicht mehr bezahlen können, Familien, in denen alle Mitglieder arbeitslos geworden sind, Rentner (…) Es kommen auch Familienväter, denen es bisher zu peinlich war, zu uns zu kommen und die jetzt aber einfach nicht mehr weiter wissen. Es gibt kaum jemanden, der sich nicht traut, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen. Die Menschen haben keine Wahl«, sagt Paneque. Er geht davon aus, daß derzeit 40 Prozent der Bevölkerung der Provinz Málaga nicht genug Geld zur Verfügung haben, um die Grundversorgung zu bezahlen.

Viele von ihnen sehen ihre letzte Hoffnung in Vereinen wie OSAH, die viermal im Jahr Essens­pakete verteilen und in besonders schlimmen Fällen auch mal eine Strom- oder Wasserrechnung begleichen.

Die Caritas-Vereine übernehmen eine wichtige Aufgabe. Das soziale Netzwerk steckt in Spanien jedes Jahr mehr als zweieinhalb Millionen Euro in Direkthilfe, das Geld wird an Kirchen im ganzen Land verteilt. Auch der Direktor von Caritas in der Provinz Málaga, Anselmo Ruiz, hat festgestellt, daß sich die Zahl der Hilfsbedürftigen in den Jahren 2008 und 2009 im Vergleich zu den Jahren vor der Krise verdoppelt hat. Caritas unterstützt derzeit 23000 Familien aus Málaga, insgesamt mehr als 90000 Menschen. Einigen von ihnen bleibt am Ende des Monats so wenig Geld übrig, daß sie Strom- und Wasserrechnungen unbezahlt lassen müssen. »Im vergangenen Jahr haben in unseren Zentren zehn Prozent mehr Menschen Unterstützung für Strom und Wasser angefragt als zuvor«, heißt es in einem Schreiben der Caritas.
Kein Geld für Strom und Wasser
Während einige bei Wohltätigkeitsvereinen nach Hilfe fragen, suchen andere nach alternativen Auswegen, um die hohen Rechnungen zu umgehen. Die Zahl der Spanier, die den Stromzähler abschalten, hat sich vervielfacht. Endesa hat in diesem Jahr in der Provinz Málaga bisher 9000 Haushalte angezeigt, weil die Zähler manipuliert worden waren. Der Stromlieferant verzeichnete wegen dieser »Vergehen« im ersten Halbjahr 2010 Gewinnausfälle von rund 1,1 Millionen Euro. »Vor allem dort, wo viele neue Häuser entstanden sind, häufen sich diese Fälle«, teilte ein Sprecher von Endesa mit.

Damit ein Teil des Stromverbrauchs nicht vom Zähler gerechnet wird, legen die Bewohner entweder einen kleinen Bypass, damit der Zähler langsamer läuft. Oder sie manipulieren die Stromzähler so, daß diese den Verbrauch überhaupt nicht mehr registrieren. Mit einem einfachen Draht stoppen die Hausbewohner zum Beispiel das Rädchen des Zählers.

Nicht nur die Stromzähler werden in der Provinz Málaga manipuliert, auch die Wasserzähler. Im vergangenen Jahr haben Inspekteure des Wasserwerks von Málaga mehr als 1500 Hausbesuche gemacht, weil der Verdacht bestand, daß die Bewohner den Zähler abgestellt hatten. »Wenn wir feststellen, daß jemand den Wasserzähler tatsächlich manipuliert, dann gehen wir normalerweise folgendermaßen vor: Wir schätzen zuerst den Verbrauch, der nicht bezahlt wurde, und handeln mit dem Betroffenen eine Zahlungsmodalität aus; kommt der Bewohner unseren Forderungen nicht nach, drehen wir die Wasserversorgung ab und reichen eine Klage ein. In den meisten Fällen werden die Bewohner verurteilt, denn sie können die Rechnungen nicht bezahlen. Dann schicken wir den Gerichtsvollzieher«, heißt es vom Wasserwerk Emasa.

In diesem Jahr hat das Unternehmen bisher mehr als 200 Fälle angezeigt, insgesamt fordern sie rund 400000 Euro für nichtbezahlten Wasserverbrauch, im Durchschnitt etwas mehr als 2000 Euro pro betroffenen Haushalt. Im gesamten Jahr 2009 wurden nur 145 solcher Vergehen vor Gericht gebracht.

Auch die Vizepräsidentin des Vereins der Hausfrauen von Andalusien Casa Al-Andalus, María Huelin, sagt, daß die Zahl derer, die die Güter des täglichen Lebens nicht bezahlen können, stetig steigt. »Das Problem ist, daß in der Krise alle Preise angestiegen sind – aber nicht die Gehälter und die Pensionen. Der Strom ist teurer geworden, das Gas, der Bus, das Benzin (…) und am Ende des Monats bleibt den Verbrauchern immer weniger Geld übrig. Irgendwann haben sie dann gar nichts mehr und werden zahlungsunfähig.«
Große Fallhöhe
Auch der Sprit kostet immer mehr. Benzin ist um 11,2 Prozent teurer als vor einem Jahr, Diesel sogar um 17 Prozent. Dieser Preisanstieg bedeutet für viele Autofahrer einen harten Einschnitt in das Haushaltsgeld. Sprit ist in Spanien für viele vom allgemein zugänglichen Konsumgut zu einem Luxusgut geworden, das sich nur noch wenige leisten können. Vor allem diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben, müssen das Auto einfach stehen lassen. Álvaro Fontes, der Präsident des Verbands der Tankstellenbetreiber in der Region Andalusien, zu der auch die Provinz Málaga gehört, hebt hervor, daß der Benzinverkauf in den drei Jahren der Wirtschaftskrise um 20 Prozent zurückgegangen ist.

»Dieses Jahr läuft es noch schlechter als im vergangenen. Von Juni auf Juli 2010 haben wir bisher den größten Einbruch innerhalb von zwei Monaten erlebt, der Verbrauch ging um zehn Prozent zurück. Den Menschen geht es offensichtlich wirklich schlecht«, erklärt Fontes. Dies beweisen auch die durchschnittlichen Ausgaben beim Tanken. »Vor der Krise haben die Kunden immer etwa für 20 Euro getankt. Jetzt sind es nur noch 13 Euro. Und die Zahl geht immer weiter nach unten, wenn wir uns dem Monatsende nähern. Um die Monatsmitte haben die Menschen kaum Geld übrig, und die Zahl derer, die nur fünf Euro tanken, nimmt zu.« Und es gibt noch schlimmere Fälle: »Es passiert immer häufiger, daß jemand Sprit in der Flasche kauft, weil das Auto stehengeblieben ist, weil der Tank leer war. Es gibt auch viele Leute, die uns bitten, anschreiben zu dürfen, und uns im Gegenzug ihren Ausweis oder ihre Uhr da lassen wollen«, sagt Fontes.

Ihr Auto hat Rosa Velazquez längst verkauft. Wenn sie irgendwohin muß, fährt sie mit dem Rad oder geht zu Fuß. Wenn sie Glück hat, trifft sie im Supermarkt einen Bekannten, der ihre Tüten nach Hause bringt. »Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen, wenn wir uns nie ein Haus hätten leisten können«, sagt sie. »Dann müßten wir nicht die Schulden zurückzahlen. Und es wäre jetzt alles einfacher zu ertragen.« Sie sitzt am Küchentisch ihrer Wohnung, ihre Schultern sind eingefallen, sie schluckt. »Die Fallhöhe wäre nicht so groß.« Dann streckt sie sich, steht langsam auf. Müdigkeit kann sie sich nicht erlauben, sie muß jetzt wieder putzen gehen.

Elli Rötzer lebt in Andalusien und arbeitet als freie Journalistin

 

 

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Veröffentlicht in Spanien

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C
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H
<br /> <br /> Hallo Sepp, das ist Alles richtig was Du schreibst. In Deutschland hat die Schwarzarbeit ihre<br /> "Berechtigung" dadurch, dass viele Menschen sonst nicht mehr rund kommen. Die Oma, die für eine Glühbirne wechseln eine Firma holen müsste oder der Rentner der seinen Garten am Samstag durch<br /> einen Helfer in Ordnung bringen lässt, könnte eine Firma gar nicht bezahlen. Ich wohne in den Bergen über Málaga, bin Rentner und bei uns wohnt ein Deutscher Frührentner. Ich zahle ihm 650,00<br /> Euro den Monat auf die Hand, eine Wohnung, das Mittagessen mit uns am Tisch und die Autonutzung. Natürlich Strom/Gas/Wasser usw. usw. selbst das Toilettenpapier. Er macht hier einfach Alles,<br /> auch die Reparaturen an unserem Auto. Der Mann ist spitze. Dieser "Schwarzarbeiter" ist die spanische Variante. Das Problem ist nur, dass die spanischen Nachbarn ihn immer mehr belegen. Er nimmt<br /> schon 15 Euro die Stunde als "Abwehrkondition" aber wenn es technisch wird, dann brauchen sie ihn doch. Egal ob das Satellitenfernsehen nicht geht, der Computer ausgerastet ist, die Tür am<br /> Ziegenstall geschweißt werden muss, die Melkmaschine nicht funktioniert oder die Poolpumpe erneuert werden muss. Selbst den Pool des Nachbarn hat es mit Polyester total renoviert und das Bad<br /> neu gefliest. Wenn es läutet dann sagen wir schon immer: Vorsicht Kunde droht mit Auftrag. Mit welchen Spaniern könnte ich diesen Mann ersetzen? Welche Spanier könnte Mercedes, Porsche, VW, Opel,<br /> Ford usw. einstellen von den 40% arbeitslosen Jugendlichen? Ja- und dann die Bürokratie. Wir haben zwei Rottweiler. 3 Jahre haben wir<br /> benötigt, bis es uns gelungen war die Gemeinde davon zu überzeugen, dass wir ja die Hunde anmelden müssen. Usw.-ich könnte Bücher schreiben über unsere Baugenehmigung; Erfahrungen mit<br /> Werkstätten, unsere Hunde, Wasserwerk, Stromlieferant, usw. usw. Aber trotzdem liebe ich das Land und irgendwie funktioniert es dann doch und die Liebenswürdigkeit der Andalusischen Bevölkerung<br /> ist nicht zu überbieten.<br /> <br /> <br /> Viele Grüße<br /> <br /> <br /> H. J. Weber<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Hallo Helmut.<br /> <br /> <br /> Solche Tausendsassas wie Dein Hausmeister oder solide Handwerker wie Du selbst sind ja auch in Deutschland eine aussterbende Spezies. Ein deutscher Automechaniker - ich glaub, die heissen gar<br /> nicht mehr so - lernen heute ja auch bloss noch, mit Diagnosegeräten umzugehen und Bauteile auszuwechseln. Die rechtliche Öffnung des Handwerks für Leute ohne entsprechende Berufsausbildung wird<br /> mit der Zeit dafür sorgen, dass dem Handwerk der "goldene Boden" ganz weggezogen wird. So ist da im Kaopitalismus. Es geht immer um die Entwertung der menschlichen Arbeitskraft, in der Tendenz<br /> hin zum Überlebensminimum. Das trifft nicht nur die Facharbeiter, sondern auch die kleinen Selbständigen.<br /> <br /> <br /> Ich kenne Malaga und kann in etwa lokalisieren, woDu lebst. Schönes Plätcchen. Wenn Du übrigens mal Richtung Valencia unterwegs bist - so ziemlich genau auf der Mitte der Strecke gibt es ein<br /> nteressantes Genossenschaftsdorf - Marinaleda. Ich war da mal vor zwei Jahren. Die haben in ihrem Kaff Erstaunlicxhes geleistet. ( http://kritische-massen.over-blog.de/article-marinaleda-ein-sozialistisches-dorf-in-andalusien-54671289.html )<br /> <br /> <br /> Grüsse zurück<br /> <br /> <br /> <br />
H
<br /> <br /> HAllo Sepp,<br /> <br /> <br /> schlechte handwerkliche Leistung, die von Firmen erbracht wird, führt dazu, dass der Kunde in seinem Umfeld einen Bekannten/Schwarzarbeiter sucht. Dann hat nicht nur die Firma  (sowie mich)<br /> einen Kunden verloren, und somit weniger Arbeit, sondern der hochqualifizierte Handwerker, der mich gut bedient hat, hat sehr wenig Interesse daran, seine Arbeitskraft einer Firma zu stellen.Er<br /> arbeitet dann lieber schwarz oder nur die unbedingt notwendigen Stunden.<br /> <br /> <br /> Viele Grüße<br /> <br /> <br /> H. J. Weber<br /> <br /> <br /> Dann<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Schwarzarbeit gibts natürlich. Manche arbeiten inzwischen ja für fünf Euro oder sogar weniger. Wer 420 Euro Stütze  - oder gar nichts mehr - kriegt, muss das machen, wo er kann, weil die<br /> Familie anderenfalls buchstäblich nichts zu essen hat.<br /> <br /> <br /> In allen Bereichen, in denen man ohne grosse und teuere Produktionsmittel auskommt, haben es kleinere Unternehmen von zwei Seiten her schwer: Schwarzarbeit und die Existenz der Autonomos.<br /> Letztere waren ja ursprünglich Gelegenheitsarbeiter, auf die der Staat unter diesem Rechtstitel auch noch irgendwie zugegriffen hat. Heute sind Auitonomos sowohl solche Leute, als auch<br /> Selbständige Arbeiter, die vor der Krise oft ein nicht so schlechtes Einkommen hatten. Aber in der Kise sind auch - das ist die letzte Zahl, die ich gelesen habe - ungefähr dreihunderttausend<br /> Autonomos arbeitslos geworden. Es gibt einfach insgesamt weniger Nachfrage gerade bei Konsum und Diensten jeder Art für die unteren zwei Drittel der Bevölkerung, weil diese zu wenig Geld hat, um<br /> diese Nachfrage zu gerieren.<br /> <br /> <br /> Abgeshen davon, haben ja auch grosse Firmen zugemacht, nicht zuletzt im Bausektor. Im Herbst 2008 z. B. stand auf Mallorca die Hälfte der Bauindustrie still und wurden von den   <br /> 85 000 Bauarbeitern auf der Insel fast die Hälfte entlassen.<br /> <br /> <br /> <br />
H
<br /> <br /> Zu der hohen Zahl der jugendlichen Arbeitslosen.<br /> <br /> <br /> Der Stand der Ausbildung und des handwerklichen Könnens von spanischen Handwerkern sehen wir zuerst an den Elektroleitungen  in den Städten, und bemerken den Stand der Ausbildung zuletzt, wenn wir unser Auto in die Werkstatt bringen.<br /> <br /> <br /> Ich habe nach verschiedenen Inspektionen ein Rad verloren, eine Tankfüllung Diesel, 2x hat sich  der Tank plattgezogen usw. usw.  und dann waren unsere Wagenpapiere verloren.<br /> <br /> <br /> 10 x Werkstatt 10 x Chaos.<br /> <br /> <br /> Es gab keine Inspektion (in einer Vertragswerkstatt) nach der wir nicht am nächsten Tag den Abschleppwagen rufen mussten.<br /> <br /> <br /> Nun bin ich selber Handwerker. Ich besitze in 3 Berufen den Gesellenbrief und in 2 Berufen den Meistertitel, erworben vor einer deutschen<br /> Handwerkskammer, und ich lebe seit 10 Jahren in Spanien.<br /> <br /> <br /> Wie immer gibt es Ausnahmen, aber  ich schätze, dass ich hier  von über 90% der handwerklichen Leistung schreibe, die in Spanien von Spaniern  erbracht wird.<br /> <br /> <br /> Es ist die Katastrophe.<br /> <br /> <br /> Wenn ich Handwerker in den Berufen arbeiten sehe, die ich erlernt habe, bricht mir der Schweiß aus und ich muss weggehen.<br /> <br /> <br /> Aber mit der handwerklichen Ausbildung,  mit der hier in Spanien Monteure auf die Menschheit<br /> losgelassen werden, dürften diese Monteure in Deutschland keinen Schraubenschlüssel anfassen.<br /> <br /> <br /> Ich spreche dabei nicht von Fehlern, die wir Alle machen, sondern davon, dass Monteure z. B. in dem Handwerk Gas- und Wasserinstallation auf<br /> die Menschheit losgelassen  werden, jegliches  Grundwissen hinsichtlich handwerklicher Vorgehensweise und<br />  physikalischen Grundwissens fehlt.<br /> <br /> <br /> Wenn ich die Leute frage, was der Unterschied zwischen Schweißen und Löten ist, warum die Flüsse von oben nach unten zufrieren, warum man<br /> keine Gasflasche in Kellern lagern darf, und was der Unterschied zwischen Hähnen und Ventilen ist, dann schauen sie mich an, als wenn ich von kleinen grünen Männchen rede.  Das lernen die Auszubildenden in Deutschland im ersten Lehrjahr in den Berufsschulen und der Geselle auf dem Bau erklärt es ihnen noch einmal, anhand von<br /> praktischen Beispielen, wenn sie es nicht richtig verstanden haben. Und der Meister, der den Betrieb leitet, muss u. a. bei seiner Meisterprüfung nachweisen, dass er neben der allgemeinen<br /> psychologischen Ausbildung, eine spezielle Ausbildung darüber besitzt, damit umzugehen, wenn Jugendliche in pubertären Phasen „ausrasten“ und wie das zu bewerten ist. Deshalb werden auch<br /> Jugendliche, die ihren Meister/Chef einen Arsch nennen, in Deutschland nicht entlassen.<br /> <br /> <br /> Nur- würde heute mit der fundierten Ausbildung eines Jugendlichen in Spanien begonnen, dann dürfte er (nach Deutschem Recht)  erst nach etwa  7-9 Jahren einen anderen jungen Menschen ausbilden.<br /> <br /> <br /> Sicherlich wird es auch eine spanische Variante der Berufsausbildung geben; aber sie wird wohl immer spanisch bleiben.<br /> <br /> <br /> Und dann wundern sich Menschen über die hohen Arbeitslosenzahlen in Spanien?<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Viele Grüße<br /> <br /> <br /> Helmut Jose Weber<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Also, ich habe auch zehn Jahre in Spanien gelebt und so Manches bemerkt, das in die Richtung geht, die Sie schildern. So krass war es allerdings nicht. Das Auto hab ich lieber Wald- und<br /> Wiesenmechanikernb auf dem Dorf anvertraut als grossen Vetragswerkstätten, und damit eher gute Erfahrungen gemacht. Kuriose Sachen gibt es schon, das stimmt. Wir bezogen 2000 einen frisch<br /> renovierten Altbau, und es stellte sich heraus, dass der Installateur versehentlich die Toilettenspülung ans Waemwasser angeschlossen hatte ... So manche Dinge, bei denen man nicht weiss, ob man<br /> einen Tobsuchtsanfall kriegen oder drüber lachen soll ...<br /> <br /> <br /> Die schlechte Berufsausbildung - und nicht nur die, das ganze Bildungssystem ist schlecht - beklagen die meisten Spanier auch. Der Staat zeigt sich bisher unfähig, das wirklich zu ändern. Was ich<br /> nicht sehe, ist ein Zusammenhang zwischen der hohen Arbeitslosigkeit und dem in vielen Bereichen niedrigen Qualifizierungsniveau. Schlecht ausgeführte Arbeit führt ja gerade dazu, dass mehr<br /> Arbeit geleistet wird als nötig wäre. Andererseits gibt es in vielen Gegenden einfach zu wenig Nachfrage nach Arbeitskräften, z.B. in Andalusien. Die Krise hat seit 2008 die Lage enorm<br /> verschärft. Viele Betriebe haben zugemacht, und die Leute stehen auf der Strasse, egal, ob sie ´gut oder schlecht gearbeitet haben, und ein groser Teil dert Jungen kriegt erst gar keine Chance.<br /> Meiner Beobacghtung nach ist übrigens die Arbeitslosigkeit (oder der Arbeitsmangel) bei deutschen Zuwanderern nicht geringer als bei den Eingesessenen.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
E
<br /> <br /> Wie kann das nur gehen? Die Bundesbank muss jetzt eine Milliarde an die EZB überweisen, weil die EZB ihr Grundkapital erhöht. Und das beste dabei ist, die Staaten müssen gar nicht zustimmen. Wo<br /> ist hier die Kontrolle durch die Parlamente? Wenn die EZB nicht laufen den Pleitestaaten Kredite geben würde, wäre das gar nicht nötig. Jetzt ist auch die EZB pleite und braucht Geld und wir<br /> überweisen das so locker. Dafür ist Geld da. Was ist das für eine Welt?<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Dass die Zentralbanken, z. B. die deutsche Bundesbank, "unabhängig von der Politik", also ohne demokratische Kontrolle durch das Parlament handeln kann, hat vor allem die deutsche<br /> Regierung in der Euro-Zone durchgedrückt.<br /> <br /> <br /> In die Kapitalaufstockung der EZB müssen übrigens alle Zentralbanken aller Euro-Staaten einzahlen, nach den Quoten, die sie an der EZB eben haben. Die Kapitalaufstockung ist also keine deutsche<br /> Angelegenheit, jedenfalls nicht, was das Zahlen angeht. Die Bundesbank, heisst es, wird das aus ihren Rücklagen finanzieren. Zunächst werden um die 340 Millionen fällig. Die Aufstockung soll<br /> innerhalb drei Jahren schrittweise passieren.<br /> <br /> <br /> <br />