USA: Stehen die Massen auf ?
Die Massenproteste der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und im Bildungswesen in Wisconsin veranschaulichen, was Gewerkschaftsorganisationen bewirken können, wenn die Führungen den Kampf organisieren, anstatt die Unzufriedenheit abzuwiegeln. Im folgenden Text, den es leider nur englischsprachig gibt, wird eindrucksvoll geschildert, wie wenige hundert Gewerkschaftsfunktionäre innerhalb weniger Tage eine Massenbewegung organisieren, die schliesslich das Parlament des US-Bundesstaates besetzt und tagelang Kundgebungen mit zehntausenden Teilnehmern - bis zu 68 000 - abhält.
Dem erzreaktionären Gouverneur von Wisconsin geht es darum, die Gewerkschaften kampfunfähig zu machen, damit die Beschäftigten wehrlos erdulden sollen, was er ihnen an sozialen Verschlechterungen zumutet. Die Unverschämtheit seines Vorgehens hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Aber was sich in Wisconsin so zugespitzt hat, ist bloss die allgemeine Richtung der Regierungspolitik und der Milliardäre, die diese vorgeben. Grosse Teile der Arbeiterklasse sollen wesentlich schlechter gestellt werden, während gleichzeitig die Steuern für die Reichen weiter herabgesetzt werden und der Staat den Grosskapitalisten wahnsinnige Beträge aus Steuermitteln - die er noch nicht einmal hat - in den unersättlichen Rachen wirft. Über 40 Millionen USamerikanischer Bürger sind mittlerweile auf eine magere Stütze und Suppenküchen angewiesen. Eine unbekannte, aber grosse Zahl kampiert in provisorischen Zelt- und Wohnwagensiedlungen, weil man sie aus den Wohnungen geworfen hat, deren Hypothek sie nicht mehr bezahlen konnten.
Hier sammeln sich Verzweiflung und Zorn in einem Ausmass an, das mit den gewöhnlichen Herrschaftsmitteln vielleicht bald nicht mehr beherrschbar ist. Die in Richtung Faschismus gehende Tea Party Bewegung ist ein Anzeichen dafür, dass die grenzenlos unverschämte parasitäre Finanzoligarchie die ausufernde staatliche Überwachung und Einschüchterung der Bürger und ihre gewöhnliche nationalistische Verhetzung für möglicherweise nicht mehr ausreichend hält, die "politische Stabiltät" zu erhalten. Aber die Möglichkeiten, eine von ihnen bezahlte Pseudo-Volksbewegung als den Mob zu organisieren, der die staatliche Gewalt um eine Sammlungsbewegung erweitert, die die dümmsten Dumpfbacken mit den selben Mechanismen organisiert wie das die deutschen Nazis im Auftrag von Krupp und Thyssen getan haben, haben ihre Grenzen. Das zeigt Wisconsin auch. Die Gegendemonstrationen der Tea Party-Anhänger brachten es nur auf wenige tausend Teilnehmer, während die Gewerkschaften Zehntausende mobilisierten.
Hier ist der Bericht:
http://www.commondreams.org/headline/2011/02/28-1
Entdeckt habe ich den Text in Markus Gärtners Blog http://blog.markusgaertner.com/