Wahrheit, Lüge und Dämonen
Jeder TV-Konsument weiss, was neulich in Syrien passiert ist. Die Journalistin Marie Colvin wurde in Homs von Granaten der syrischen Armee getötet. Ein Fotoreporter der Sunday Times wurde schwer verletzt. Verallgemeinert: Westliche Journalisten befinden sich in Syrien in beständiger Todesgefahr, so es ihnen überhaupt irgendwie gelingt, ins Land zu kommen, um die Wahrheit berichten zu können. Gewöhnlich verhindert die syrische Regierung den Zugang, damit ihre Verbrechen nicht in aller Welt bekannt werden.
- So wissen es die Konsumenten der Massenmedien. Das heisst: Sie wissen nichts. Sie wissen sogar weniger als nichts. Die Wahrheit ist nicht bloss abewesend, sondern an ihrer Stelle stehen Lügen.
Hartmut Beyerl erzählt, gestützt auf voltaire.net, die wirkliche Geschichte der "westlichen Reporter":
Das ist eine ziemlich schmutzige Geschichte. Westliche Journalisten, westliche Geheimdienste und "islamische Fundamentalisten" arbeiten Hand in Hand, während die Medien und die Regierungen behaupten, man wäre im Gegenteil eben gerade auf der Jagd nach den Terroristen. Der "islamistische Terrorismus" ist eine Kreatur des Westens, unterhalten zu dem Zweck, immer neue Interventionsvorwände zu liefern. Die "Islamisten" sind die Agents Provocateurs eben jener Mächte, die vorgeben, sie zu bekämpfen.
Es ist wie bei deutschen Demos. Ein als Demonstrant getarnter Spitzel von Verfassungsschutz oder Polizei wirft aus der Menge heraus einen Stein, ein paar Dummköpfe machen es ihm womöglich nach, und schon hat die Polizei den gewünschten Vorwand, um die Menge mit Stöcken, Pfefferspray und Wasserwerfer traktieren zu können und "mutmassliche Gewaltäter" zu verhaften.
In Deutschland sind das noch Bürgerkriegsübungen. In Afghanistan, Libyen oder Syrien funktioniert das selbe Muster, bloss mit fortgeschritteneren Mitteln - nicht mit Steinen und Schlagstöcken, sondern mit Bomben, Maschinengewehren und Panzerfäusten.
Ob so oder so - das "Spiel" ist so zynisch und menschenverachtend, dass Otto Normalkonsument kaum glauben kann, dass es so läuft. Aber so läuft es. Und die Menschen können auf Dauer nicht dumm gehalten werden. Wenn das zur Zeit anschwellende Misstrauen gegenüber "der Politik" und gegenüber den Monopol-Medien umschlägt in die Gewissheit, dass man so viele Jahre auf dermassen unverschämte Weise zum Narren gehalten worden ist, bedeutet das den Zusammenbruch eines ganzen Sektors des kollektiven Bewusstseins, der staatlichen und medialen Beherrschung der Hirne. Die Bürger dürften dann ziemlich indigniert sein. Sie werden ihre Zivilisiertheit bis zur äussersten Grenze anstrengen müssen, um nicht dem Affekt der Benutzung von Strassenlaternen für sittenwidrigen Zwecke freien Lauf zu lassen.