Medizinische Experimente an Gefangenen: Nazi-Methoden in Guantanamo
Obama überlegt, aus Menschenrechtsgründen in Libyen militärisch zu intervenieren. Wenn es um Menschenrechte ginge, müsste er aber eher das Pentagon bombardieren lassen, oder seinen eigenen Amtssitz. Die moralische Abgründigkeit im Umgang mit Menschen von Seiten des USamerikanischen Staatsapparats ist ein Hohn auf die Menschenrechte. Die Mengeles von heute sind CIA- und US-Army-Offiziere. Ihre Verbrechen werden von "ganz oben" gedeckt und legitimiert. Ein "kleines" Beispiel:
Medizinische Experimente an Gefangenen in Guantánamo
Rainer Rupp
In: junge Welt vom 04.03.2011
US-amerikanische »Anti-Terrorspezialisten« und ihre ärztlichen Helfer haben ihre Gefangenen systematisch medizinisch gefoltert. Das berichtete die Berliner Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf den ehemaligen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz. Über Jahre seien Häftlingen immer wieder ohne Angabe von medizinischen Gründen Medikamente und Spritzen verabreicht worden. Laut Kurnaz haben einige zu Schweißausbrüchen, Angstzuständen und Atemnot geführt, andere wiederum hätten die Gliedmaßen und den Kopf wie Ballons anschwellen lassen, und wieder andere hätten unerträgliche Kopfschmerzen zur Folge gehabt. Auch seien Medikamente gegen Malaria verabreicht worden, obwohl es auf Kuba diese Krankheit nicht gibt.
Die Aussage von Kurnaz deckt sich mit US-amerikanischen Untersuchungen, die unabhängig voneinander durchgeführt wurden. So berichtete z.B. die US-Menschenrechtsorganisation Truthout am 1. Dezember des vergangenen Jahres von der zwangsweisen Verabreichung des Antimalariamedikamentes »Mefloquine« an alle Guantánamo-Häftlinge. Selbst nach Einschätzung eines US-Militärarztes sei das einem »pharmakologischen Waterboarding« gleichgekommen. Das Pentagon habe gewußt, daß dieses Präparat schwere neuropsychiatrische Nebeneffekte hat, einschließlich Halluzinationen, Panikattacken und Selbstmordwünsche. Laut Truthout wurden die entsprechenden Beweise erst Ende letzten Jahres entdeckt. Sie waren in einem Wust von Papieren versteckt, welche das Pentagon vor zwei Jahren herausrücken mußte, nachdem es im Rahmen der Untersuchung von drei Todesfällen von Guantánamo-Häftlingen im Jahr 2006 gerichtlich dazu gezwungen worden war.
Die medizinischen Tests an Gefangenen sind von der US-Regierung offiziell genehmigt worden. Laut Truthout habe der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz im März 2002 dazu ein geheimes Memorandum verfaßt. Demnach konnten den Gefangenen die Medikamente auch ohne Zustimmung und unter Zwang verabreicht werden. Voraussetzung dafür sei gewesen, daß die Tests der neuartigen Pharmaprodukte militärischen Zwecken diente.
Auch US-Präsident George Bush habe angewiesen, alle Unterlagen als »geheim« zu behandeln. Offensichtlich war man sich bewußt, daß bei diesen Verbrechen ein Vergleich mit KZ-Ärzten naheliegt.
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via http://www.triller-online.de/index2.htm